
Die Steuerberaterprüfung gehört zu den anspruchsvollsten Berufsexamen Deutschlands: 2025/2026 haben 50,2 % der Teilnehmenden beide Prüfungsteile bestanden. Dieser Leitfaden zeigt Termine, Gebühren, Ablauf und welcher Karrieresprung nach dem Bestehen folgt.
Termine 2026 und 2027
Der schriftliche Teil der Steuerberaterprüfung findet bundesweit an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt: 2026 am 6., 7. und 8. Oktober, 2027 am 5., 6. und 7. Oktober. Die mündlichen Prüfungen folgen im Frühjahr danach, in Rheinland-Pfalz zum Beispiel in der Regel im Februar und März.
Den Antrag auf Zulassung stellst du bei der Steuerberaterkammer deines Bundeslandes; Fristen und Ladung teilt die Kammer mit. Einige Kammern bieten die Klausuren inzwischen auch digital am Laptop an, die Niedersächsische ab dem Durchgang 2026/2027.
Aufbau der Prüfung
Die schriftliche Prüfung besteht aus drei Klausuren zu je sechs Stunden: Verfahrensrecht und andere Steuerrechtsgebiete, Ertragsteuerrecht sowie Buchführung und Bilanzwesen. Wer die schriftliche Prüfung besteht, wird zur mündlichen Prüfung geladen, die mit einem Kurzvortrag beginnt.
Bestanden ist die Prüfung, wenn der Durchschnitt aus der Gesamtnote der schriftlichen und der mündlichen Prüfung die Zahl 4,15 nicht übersteigt. Einzelnoten werden nicht erteilt, das Ergebnis gibt der Prüfungsausschuss direkt nach der mündlichen Prüfung bekannt.
Bestehensquote: wie hart ist das Examen?
Im Durchgang 2025/2026 haben 4.491 Personen die schriftliche Prüfung abgelegt, 2.255 haben beide Teile bestanden – eine Quote von 50,2 %. Zwischen den Ländern lagen die Quoten zwischen 41,9 % (Thüringen) und 55,6 % (Schleswig-Holstein).
Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden. Viele Prüflinge planen deshalb eine lange Vorbereitung ein und treten erst an, wenn sie sich sicher fühlen.
Kosten: Gebühren und Vorbereitung
Für die Bearbeitung des Zulassungsantrags fallen 250 € an (§ 39 Abs. 1 StBerG). Die Gebühr für die Teilnahme an der Prüfung legt jede Kammer selbst fest, zum Beispiel 1.100 € in Rheinland-Pfalz, 1.200 € in Niedersachsen und 1.500 € in Hessen. Wer bis zur Zahlungsfrist zurücktritt, zahlt die Teilnahmegebühr in der Regel nicht.
Deutlich teurer ist die Vorbereitung: Lehrgänge und Klausurenkurse privater Anbieter kosten zusammen typischerweise mehrere tausend bis über zehntausend Euro, je nach Umfang und Präsenz- oder Online-Format. Viele Big-Four-Gesellschaften und größere Steuerkanzleien übernehmen diese Kosten und stellen für die Hauptphase frei, meist gegen eine Bindung nach dem Examen.
Karrieresprung nach bestandenem Examen
Mit bestandenem Examen steigt das Gehalt deutlich: Steuerassistenten verdienen 50-75k, frisch bestellte Steuerberater starten bei 70-110k €/Jahr (Kanzleiwelt-Gehaltsdaten 2026).
Karrierewege nach dem Examen: Mittelständische Steuerkanzlei (Senior-Berater mit Mandantenverantwortung), Big-Four-Tax (Manager-Stufe), eigene Kanzlei oder Inhouse-Tax in der Steuerabteilung eines Konzerns.
Quellen
- Steuerberaterkammer Niedersachsen: Informationen und Termine zur Steuerberaterprüfung
- Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz: Steuerberaterprüfung
- Steuerberaterkammer Hessen: Steuerberaterprüfung
- NWB Campus: Die Ergebnisse der Steuerberaterprüfung 2025/2026
Häufige Fragen
Wann ist die Steuerberaterprüfung 2026?
Die Klausuren werden am 6., 7. und 8. Oktober 2026 geschrieben, 2027 am 5., 6. und 7. Oktober. Die mündliche Prüfung folgt im Frühjahr danach.
Was kostet die Steuerberaterprüfung?
Zulassung 250 € plus Teilnahmegebühr der Kammer, zum Beispiel 1.100 € in Rheinland-Pfalz, 1.200 € in Niedersachsen oder 1.500 € in Hessen. Dazu kommen die Kosten für Lehrgänge und Klausurenkurse, die viele Arbeitgeber übernehmen.
Wie hoch ist die Bestehensquote der Steuerberaterprüfung?
2025/2026 haben 50,2 % beide Prüfungsteile bestanden (2.255 von 4.491 Teilnehmenden der schriftlichen Prüfung). Je nach Bundesland lag die Quote zwischen 41,9 % und 55,6 %.
Ab welcher Note ist die Steuerberaterprüfung bestanden?
Wenn der Durchschnitt aus der Gesamtnote der schriftlichen und der mündlichen Prüfung die Zahl 4,15 nicht übersteigt.
Wie oft kann man die Steuerberaterprüfung wiederholen?
Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden, insgesamt sind also drei Versuche möglich.


