Aufbau des Steuerberater-Examens
Das Steuerberater-Examen besteht aus 3 schriftlichen Klausuren (jeweils 6 Stunden) plus einer mündlichen Prüfung. Die Klausuren werden im Oktober eines Jahres geschrieben, die mündliche Prüfung folgt typischerweise im Februar/März des Folgejahres.
Die drei Klausuren decken folgende Bereiche ab: 1) Verfahrensrecht und andere Steuerrechtsgebiete (Abgabenordnung, Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer), 2) Ertragsteuern (Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbesteuer), 3) Buchführung und Bilanzwesen sowie Umsatzsteuer.
Die mündliche Prüfung dauert pro Prüfling ca. 60-90 Minuten und besteht aus einem Kurzvortrag (10 Minuten zu einem aktuellen steuerrechtlichen Thema) plus Prüfungsgespräch zu allen Examensbereichen.
Bestehensquote — wie hart ist das Examen wirklich?
Die Gesamt-Bestehensquote über alle Bundesländer liegt seit 2020 bei 50-55%. Wer einmal durchfällt, kann maximal zweimal wiederholen — danach ist der Berufsweg final blockiert. Aus genau diesem Grund verschieben viele Prüflinge das Antreten so lange, bis sie sich zu 80%+ Bestehen sicher fühlen.
Die Klausuren werden anonym bewertet. Die mündliche Prüfung erfolgt durch eine Kammer-Prüfungskommission (4 Mitglieder: 2 Steuerberater, 1 Finanzbeamter, 1 Hochschullehrer). Notenskala: 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) — bestanden ab Note 4,15.
Vorbereitungskosten und -dauer
Realistische Vorbereitungsdauer: 12-18 Monate berufsbegleitend, oder 6-9 Monate intensiv (Lehrgang + Vollzeitvorbereitung). Insgesamt 1.500-2.500 Vorbereitungsstunden sind üblich.
Kosten: Steuerberater-Lehrgang (Steuerakademie, Steuer-Fachschule, Steuer-Institut, AWS-Online): 5.000-12.000 €. Klausurenkurse mit Korrektur: 1.500-3.000 €. Prüfungsgebühr Kammer: 1.000 € pro Versuch. Plus Lernmaterial, Verpflegung, Anreise: 2.000-3.000 €.
Viele Big-Four-Gesellschaften und größere Steuerkanzleien übernehmen die Vorbereitungskosten vollständig und gewähren Freistellung für Klausurenkurse + 6-8 Wochen Hauptphase vor den Klausuren.
Karrieresprung nach bestandenem Examen
Mit bestandenem Steuerberater-Examen springt das Gehalt sofort um 30-50%. Steuerassistenten verdienen 50-75k, frisch geprüfte Steuerberater starten bei 70-110k €/Jahr. Der ROI der Vorbereitungskosten amortisiert sich bereits im ersten Jahr nach Bestehen.
Karrierewege nach dem Examen: Mittelständische Steuerkanzlei (Senior-Berater mit Mandantenakquise), Big-Four-Tax (Manager-Stufe), eigene Steuerkanzlei (Selbstständigkeit ab 3 Jahren Berufstätigkeit), Inhouse-Tax (Konzern-Steuerabteilung).
Wer das Examen besteht, gehört zu einer Elite-Gruppe von ca. 80.000 Berufsträgern in Deutschland — die Berufsausübung ist streng reguliert und der Markt entsprechend lukrativ.
Häufige Fragen
Wie hart ist das Steuerberater-Examen wirklich?
Die Bestehensquote liegt bei 50-55%. Pro Klausur (6 Stunden) müssen 4 Punkte (von 10) erreicht werden. Wer dreimal durchfällt, ist final ausgeschlossen — entsprechend sorgfältig wird die Vorbereitung angegangen.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf das StB-Examen?
Realistisch 12-18 Monate berufsbegleitend oder 6-9 Monate Vollzeit. Insgesamt 1.500-2.500 Vorbereitungsstunden. Big-Four-Gesellschaften unterstützen mit Freistellung von 6-8 Wochen vor den Klausuren.
Was kostet die Vorbereitung auf das Steuerberater-Examen?
Insgesamt 10.000-18.000 €: Lehrgang (5-12k), Klausurenkurse (1,5-3k), Prüfungsgebühr (1k pro Versuch), Materialien (2-3k). Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten vollständig bei Bindungsdauer.
Wie hoch ist das Gehalt nach dem Steuerberater-Examen?
Steuerassistenten verdienen 50-75k. Frisch geprüfte Steuerberater starten bei 70-110k €/Jahr. Big Four: 85-110k. Mittelstand: 70-95k. Plus Bonus oder Umsatzbeteiligung.
Was passiert wenn ich das StB-Examen nicht bestehe?
Bei nicht bestandener Klausur ist eine Wiederholung erlaubt. Insgesamt sind maximal 2 Wiederholungsversuche möglich — danach ist der Berufsweg blockiert. Daher verschieben viele das Antreten bis zur sicheren Bestehensquote.
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