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Ratgeber

Bewerbung Großkanzlei 2026 – So überzeugst du Freshfields & Co.

Bewerbungen bei deutschen Top-Großkanzleien (Freshfields, Hengeler Mueller, Linklaters, Gleiss Lutz) und US-Big-Law (Latham, Sullivan, Kirkland) folgen klaren Regeln. Dieser Leitfaden zeigt, was Personalleiter:innen erwarten und welche Fallstricke du vermeidest.

Examensnoten — die kritische Hürde

Deutsche Top-Großkanzleien (Freshfields, Hengeler, Linklaters, Gleiss Lutz) verlangen typischerweise 2x vollbefriedigend (jeweils 8+ Punkte in beiden Staatsexamina). Beide Examina müssen vorliegen.

US-Big-Law in Frankfurt (Latham, Sullivan, Kirkland, Cleary, Skadden) erwartet oft 2x gut (9+ Punkte) oder mindestens ein Prädikatsexamen plus LL.M. von einer US-Top-Law-School.

Mittelständische Wirtschaftskanzleien (Noerr, Greenberg Traurig, BLM) akzeptieren auch befriedigend (7+ Punkte), insbesondere bei nachweisbarer fachlicher Stärke (Promotion, LL.M., relevante Praxisstationen).

Lebenslauf-Muster für Großkanzleien

Erste Seite: Persönliche Daten, beide Staatsexamen-Noten, Studium (Note + ggf. Schwerpunkt), Promotion (falls vorhanden, Note + Thema), LL.M. (Universität + Note).

Praktikumserfahrung: Großkanzlei-Praktika während des Studiums (insbesondere bei der Zielkanzlei) sind Pflicht. Mindestens 2-3 Großkanzlei-Praktika werden erwartet.

Referendariat: Stationen bei renommierten Kanzleien (idealerweise Zielkanzlei oder vergleichbare). Auslandsstation in den USA/UK ist ein Plus.

Sprachen: Englisch verhandlungssicher (TOEFL/IELTS-Score angeben), idealerweise C2-Level. Französisch oder Spanisch sind Pluspunkte.

Anschreiben — die ersten 30 Sekunden entscheiden

Erster Absatz: Klare Position, warum genau diese Kanzlei (Praxisgruppe, Mandate, Reputation). Generische Anschreiben werden sofort aussortiert.

Zweiter Absatz: Welche relevante Erfahrung bringst du mit? Praktika bei der Zielkanzlei? LL.M.-Thema, das zur Praxisgruppe passt? Promotion in einem relevanten Bereich?

Dritter Absatz: Was bringst du persönlich mit? Mandantenorientierung, Belastbarkeit, Team-Fit. Konkrete Beispiele aus Praktika oder Referendariat.

Vorstellungsgespräche bei Großkanzleien

Erste Runde: 1-2 Senior Associates oder Counsel. Fokus auf fachliche Tiefe (Studienschwerpunkt, Promotion, LL.M.) plus Soft Skills (Belastbarkeit, Team-Verhalten).

Zweite Runde: 2-3 Partner. Mandanten-Cases, Fallbeispiele, ethische Dilemmata. Oft auch Mandanten-Smalltalk (Wirtschaftsnachrichten, Marktverständnis).

Dritte Runde (Optional): Geschäftsführender Partner oder Praxisgruppen-Leiter. Final-Round-Gespräch, oft kombiniert mit Office-Tour und informellem Mittagessen.

Häufige Fragen

Welche Examensnoten braucht man für eine Großkanzlei?

Deutsche Top-Großkanzleien (Freshfields, Hengeler, Linklaters): 2x vollbefriedigend (8+ Punkte). US-Big-Law (Latham, Sullivan): 2x gut (9+) oder Prädikatsexamen + US-LL.M. Mittelständische Wirtschaftskanzleien akzeptieren auch befriedigend (7+).

Ist ein LL.M. für die Großkanzlei-Bewerbung notwendig?

Für US-Big-Law: faktisch Pflicht. Für deutsche Top-Großkanzleien: starkes Plus, nicht zwingend nötig. Für mittelständische Wirtschaftskanzleien: Hilfreich, aber kein Muss. Wichtig: US-LL.M. (Harvard, Yale, NYU, Columbia) bringt mehr als UK-LL.M.

Wie viele Großkanzlei-Praktika sollte ich vor der Bewerbung absolvieren?

Mindestens 2-3 Großkanzlei-Praktika während des Studiums werden erwartet. Idealerweise eines bei der Zielkanzlei. Plus 1-2 Stationen im Referendariat. Auslandsstation in USA/UK ist ein zusätzliches Plus.

Wann sollte ich mich bei der Großkanzlei bewerben?

9-12 Monate vor gewünschtem Einstiegstermin. Großkanzleien laden in Cohorts ein (April / Oktober) — daher rechtzeitig bewerben. Initiativbewerbungen sind immer möglich.

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