Die 24 anerkannten Fachgebiete
Wirtschaftsstarke Fachgebiete: Arbeitsrecht, Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenz- und Sanierungsrecht, Bau- und Architektenrecht, IT-Recht, gewerblicher Rechtsschutz.
Familienorientierte Fachgebiete: Familienrecht, Erbrecht, Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht.
Spezialgebiete: Strafrecht, Migrationsrecht, Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Sozialrecht, Medizinrecht, Sportrecht, Vergaberecht, Verwaltungsrecht, Urheber- und Medienrecht, Agrarrecht, Internationales Wirtschaftsrecht.
Voraussetzungen für den Fachanwaltstitel (FAO)
Mindestens 3 Jahre Berufstätigkeit als Rechtsanwalt — davon mindestens 2 Jahre in den letzten 6 Jahren vor Antragstellung.
Praktischer Nachweis: 50-100 bearbeitete Fälle (je nach Fachgebiet) aus den letzten 3 Jahren. Die Fallliste muss anonymisiert und mit Bearbeitungstiefe (Stunden, Schwierigkeit) eingereicht werden.
Theoretischer Lehrgang: 120-160 Stunden Pflichtfortbildung im Fachgebiet (je nach FAO) + bestandene Klausuren. Anbieter: DAA, Deutsche AnwaltAkademie, FU Berlin, regionale Anwaltskammern.
Fortbildungspflicht nach Titelerteilung: 15 Stunden Pflichtfortbildung pro Jahr im Fachgebiet — sonst kann der Titel entzogen werden.
Kosten und Dauer
Theoretischer Lehrgang: 3.500-5.500 € (DAA, Deutsche AnwaltAkademie, FU Berlin). 120-160 Stunden über 12-18 Monate berufsbegleitend.
Prüfungsgebühr Kammer: 800-1.200 € (je nach RAK). Plus Antragsgebühr für die Titelerteilung 200-400 €.
Insgesamt 4.500-7.000 € — und ca. 18-24 Monate von Lehrgangsbeginn bis Titelerteilung.
Karriere-Auswirkung des Fachanwaltstitels
Mandantengewinnung: Der Titel ist marketingfähig und kann auf Briefpapier, Website, Visitenkarten geführt werden. Mandanten suchen aktiv nach Fachanwälten für ihr spezifisches Rechtsproblem.
Gehaltsauswirkung: In Großkanzleien kaum direkt — dort zählt die Praxisgruppe stärker als der Titel. In mittelständischen Kanzleien: +15-25% Gehaltsplus oder höherer Stundensatz möglich.
Partner-Track: In mittelständischen Kanzleien beschleunigt ein Fachanwaltstitel oft den Partner-Track. In Großkanzleien ist die Origination wichtiger.
Selbständigkeit: Für eigene Kanzlei sehr empfehlenswert — Mandanten zahlen 30-50% höhere Stundensätze an Fachanwälte.
Häufige Fragen
Wie viele Fachanwaltstitel gibt es in Deutschland?
24 anerkannte Fachgebiete: von Arbeitsrecht und Steuerrecht über IT-Recht und Bank- und Kapitalmarktrecht bis zu Sportrecht und Agrarrecht. Wirtschaftsstarke Titel (Arbeitsrecht, Steuerrecht, Gesellschaftsrecht) sind am gefragtesten.
Wie lange dauert es, einen Fachanwaltstitel zu erwerben?
Mindestens 3 Jahre Berufstätigkeit als Anwalt + 12-18 Monate berufsbegleitender Lehrgang + Klausuren + Falllistenprüfung. Insgesamt 18-24 Monate vom Lehrgangsbeginn bis zur Titelerteilung.
Was kostet der Fachanwaltstitel?
Lehrgangsgebühr: 3.500-5.500 €. Prüfungsgebühr Kammer: 800-1.200 €. Antragsgebühr: 200-400 €. Insgesamt 4.500-7.000 €. Plus ca. 200 Stunden Lernaufwand berufsbegleitend.
Lohnt sich der Fachanwaltstitel finanziell?
Für Selbständige und mittelständische Kanzleien: deutlich (+15-25% Stundensatz, schnellerer Partner-Track). Für Großkanzlei-Associates: weniger direkt — dort zählt die Praxisgruppe stärker. Für Mandantengewinnung und Marketing immer ein Plus.
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