Zwei Notariatstypen in Deutschland
Anwaltsnotariat (NRW, Niedersachsen, Hessen, Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen): Rechtsanwälte mit Notarzulassung. Sie üben beide Berufe parallel aus.
Nur-Notariat (Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hamburg, Schleswig-Holstein): Ausschließlich Notar-Beruf. Eigenständige juristische Berufsausübung, kein Anwaltsstatus.
Die Unterschiede betreffen Bestellungsverfahren, Standortverteilung und Vergütungsmodell. Die notarielle Beurkundungstätigkeit ist in beiden Modellen identisch (BeurkG).
Voraussetzungen für die Notarbestellung
Zwei juristische Staatsexamen (Volljurist:in) — bei beiden Examina werden in der Regel mindestens 8,5 Punkte (vollbefriedigend) verlangt.
Anwaltsnotariat: 5 Jahre Rechtsanwaltstätigkeit + bestandene Notar-Eignungsprüfung. Die Prüfung umfasst Beurkundungsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Grundbuch- und Immobilienrecht.
Nur-Notariat: Notarassessor:innen-Stelle (Anwaltschaft beim Notar, oft 3-5 Jahre) + bestandene Notar-Prüfung des jeweiligen Bundeslandes.
Wartezeit: Für ein freiwerdendes Notariat können 5-15 Jahre Wartezeit anfallen (regional sehr unterschiedlich — in Berlin/München kürzer als in Rheinland-Pfalz/BW).
Einkommen als Notar:in
Notar-Einkommen hängt direkt von der Beurkundungsmenge ab. Notargebühren sind im GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) festgelegt — keine Preisverhandlung mit Mandanten.
Großstädtische Notariate (München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Köln): 400-700k €/Jahr Bruttogewinn — hohe Immobilientransaktionsrate und gewerbliche Beurkundungen.
Mittelgroße Städte: 200-400k €/Jahr. Wartezeiten sind hier kürzer, dafür auch Einkommen niedriger.
Anwaltsnotariate: Kombiniertes Einkommen aus Anwaltstätigkeit + Notartätigkeit. Top-Anwaltsnotare in Großstädten können 800k+ verdienen.
Beurkundungsbereiche und Spezialisierungen
Immobilienbeurkundungen (Grundstückskaufverträge, Erbbaurechte, Grundschulden): Volumen-Geschäft, höchster Anteil an Notar-Tätigkeit (50-70%).
Familien- und Erbrecht (Ehe- und Erbverträge, Vorsorgevollmachten, Testamente): Stark wachsend durch demografischen Wandel.
Gesellschaftsrecht (GmbH-Gründungen, Anteilsübertragungen, Umwandlungen): Hohe Beurkundungswerte → höhere Gebühren.
M&A-Beurkundungen: Sehr hohe Werte, Spezialisierung lohnt sich. Top-Notare begleiten Multi-Millionen-Transaktionen.
Häufige Fragen
Wie wird man Notar in Deutschland?
Zwei Wege: 1) Anwaltsnotariat (NRW, Niedersachsen u.a.): Volljurist:in + 5 Jahre Anwaltstätigkeit + Notar-Eignungsprüfung. 2) Nur-Notariat (Bayern, BW u.a.): Volljurist:in + 3-5 Jahre Notarassessor + Notar-Prüfung. In beiden Fällen Examensnoten mindestens vollbefriedigend (8,5+).
Wie viel verdient ein Notar in Deutschland 2026?
Großstädtische Notariate (München, Frankfurt, Hamburg): 400-700k €/Jahr Bruttogewinn. Mittelgroße Städte: 200-400k. Anwaltsnotare in Großstädten kombiniert mit Anwaltstätigkeit: 600-800k+.
Wie lange ist die Wartezeit auf eine Notarstelle?
Regional sehr unterschiedlich: München/Berlin ca. 5-8 Jahre, NRW 7-10 Jahre, BW/RLP 10-15 Jahre. Notariate werden bei freiwerdender Stelle ausgeschrieben — Vergabe nach Examensnoten + Bestellungspunkten.
Lohnt sich der Notarberuf finanziell?
Ja, deutlich. Notare gehören zu den am besten verdienenden Juristen in Deutschland. 200-700k €/Jahr sind realistisch, Top-Notare in Großstädten verdienen über 800k. Dafür lange Wartezeit auf Bestellung und hohe Examensnoten als Eintrittshürde.
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